Hopewell - Die beliebteste Unterkunft Neuseelands

Wie bereits berichtet, haben wir auf unserer Kayaktour durch den Abel Tasman, die beiden deutschen Chris und Angelika kennen gelernt. Die beiden haben uns von einem Hostel hier im Norden erzählt, das als die beliebteste Backpackerunterkunft Neuseelands gilt. Dieses Hostel heisst Hopewell und liegt in einer total abgelegenen Gegend in den Marlborough Sounds. Hopewell wurde in den letzten Jahren auch mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und hat mit 98 von 100 Punkten die höchste Bewertung in einem landesweiten Führer für Unterkünfte in Neuseeland. Also haben wir beschlossen dort hinzufahren.

Wie bereits erwähnt, liegt Hopewell sehr abgelegen und kann entweder sehr mühsam über eine ca. 50km lange Schotterstraße mit sehr vielen Kurven erreicht werden, oder aber bequemer mit einem Wassertaxi. Wir haben uns jedoch für Möglichkeit eins entschieden und sind mit dem Auto dort hin gefahren. Für die 50km haben wir ca. 1,5 Stunden gebraucht, weil man nicht viel schneller als 40-50km/h fahren kann. Bei unserer Ankunft war unser Auto sowohl von aussen wie auch von innen total verstaubt vom Sand, der während der Fahrt aufgewirbelt wurde. Das war echt richtig übel. Und da diese Straße hier endet, wussten wir, dass wir den selben Weg auch wieder zurück mussten, wenn wir Hopewell wieder verlassen würden. Erstmal waren wir aber froh hier zu sein.

Natürlich waren unsere Erwartungen nicht gerade niedrig, nachdem was wir bisher von Hopewell gehört hatten. Jedoch wurden wir keines Falls enttäuscht. Im Gegenteil, dieser Ort hier ist einfach nur wahnsinn. Der Traum eines jeden Urlaubers. Das Grundstück auf dem Hopewell sich befindet, liegt direkt am Meer und sämtliche Unterkünfte und Einrichtungen sind auf mehrere Holzbauten verteilt. Das hat also nix mit Sternehotel oder so zu tun, und es geht auch nicht um Luxus, sondern um totale Gemütlichkeit und reinste Urlaubsatmosphäre.

Schon der Empfang war einmalig. Hier gibt es nämlich keine Rezeption, wie das sonst so üblich ist, sondern man wird auf einer Terrasse hinter dem Hauptgebäude empfangen, wo ein großer Tisch, ein riesieger Grill, Sofas und Sessel herumstehen. So als würde man Freunde oder Bekannte zu Hause auf deren Terrasse besuchen. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück hausgemachtem Kuchen (natürlich kostenlos), haben wir dann in Ruhe das Anmeldeformular ausgefüllt. Danach hat uns Lynley, die Besitzerin, herumgeführt und uns alles gezeigt. Es gibt einen Whirlpool quasi direkt am Meer, der rund um die Uhr benutzt werden kann. Bei Ebbe kann man Muscheln sammeln gehen und anschließend verspeisen. Es gibt Kajaks, Fischerboote, Mountainbikes, Hängematten, Trampolins und Golfausrüstungen, die alle jederzeit benutzt werden können. Unsere Unterkunft, war ein einfaches Zweibettzimmer ohne Schnickschnack.  Direkt vor der Tür zu unserem Zimmer eine Wiese und nur ca. 10 Meter bis zum Meer! Auf der Wiese liegen einige Kayaks für die Gäste bereit, die man ebenfalls jederzeit nutzen kann. Ausserdem zwei Boote, die man zum Angeln gehen verwenden kann. Wer es nicht so mit dem Wasser hat, der kann sich auch ein Mountainbike ausleihen, Golf spielen oder zum Wandern gehen. Die Nutzung der Geräte ist zwar nicht kostenlos, jedoch sehr günstig. So bezahlt man für Mountainbike, Kayak, Boot, Whirlpool, Golfausrüstung etc. jeweils 5€ einmalig für die gesamte Dauer des Aufenthaltes!

Die Küche befindet sich in einem separaten Gebäude und ist Topmodern und “Full-Equiped”, wie man hier sagt, also Vollausgestattet. Neben der Küche befindet sich dann eine große Lounge mit Holzofen und großen Sofas und Sitzkissen. Hier hat echt alles gestimmt.

Bei unserer Ankunft haben wir erstmal zwei Übernachtungen gebucht, jedoch haben wir bereits direkt am morgen nach der ersten Übernachtung um zwei Nächte verlängert. Das haben übrigens fast alle anderen Gäste genauso gemacht und scheinbar ist das hier der Normalfall, dass die Leute für ein paar Tage buchen und dann aber nochmal ein paar dran hängen. Apropos andere Gäste, wir haben hier einen ganzen Haufen netter Leute kennen gelernt. Die meisten davon kamen sogar aus dem deutschsprachigen Raum. Einige aus der Schweiz, ein paar Leute aus Deutschland und zwei aus Österreich. So war die deutsch sprechende Fraktion doch ziemlich in der Überzahl, aber es waren auch Leute aus England, Australien und aus Neuseeland da. So hatte man also auch die Möglichkeit sein Englisch weiter zu verbessern.

Natürlich haben wir auch von einigen der Freizeitangebote hier Gebrauch gemacht. So sind wir an einem Tag zum Golf spielen auf den nahe liegenden 18-Loch Golfplatz gegangen. Platzreife, Dresscode und ähnlichen Schmarrn gibt es hier nicht. Ausserdem ist das zu bezahlende Green-Fee von 5€ pro Person geradezu lächerlich. Übrigens gilt Golf spielen in Neuseeland keineswegs als Alte-Leute-Sport, hier spielt das so ziemlich jeder, auch die jungen Leute. So haben auch einige der anderen Gäste des öfteren den Golfplatz aufgesucht. An einem anderen Tag sind wir mit den Auswanderern Scott und Katinka zum Mountainbiken gegangen und haben uns Abends mit einigen anderen in den Whirlpool gesetzt, Bier getrunken, gequatscht und die Sterne beobachtet, die hier übrigens viel heller strahlen als bei uns in Deutschland.

Am Essen kann man hier auch nichts aussetzen. Im Übernachtungspreis ist zwar kein Essen inbegriffen und man muss sich sein Frühstück und Mittagessen selbst mitbringen und zubereiten, jedoch kann man sich Abends hausgemachte Pizzas und Desserts bestellen. Jeden Dienstag Abend gibt es dann auf der großen Terrasse ein großes Muschelessen, zu dem jeder eingeladen ist. Die Besitzer, Mike und Lynley, servieren hier töpfeweise Muscheln, an denen sich jeder satt essen kann. Ich hab da dann auch zum ersten mal Muscheln gegessen. Ganze zwei Stück! Naja, mir schmeckt das überhaupt nicht. Ich hab es wirklich probiert, ohne Vorurteile, aber auch mit Dips hat mir das nicht geschmeckt. Im Gegenteil, mir lagen die ganz schön schwer im Magen. Den meistens anderen hats allerdings sehr gut geschmeckt. Ausserdem war es auch ein super lustiger Abend.

Nach vier Tagen kam dann bei uns also der Tag der Abrechnung. Da waren wir wirklich gespannt. In Hopewell wird nämlich alles erst am Schluß bezahlt. D.h. beim auschecken füllt man auf seinem Bogen dann aus, was man alles benutzt hat (z.B. Mountainbike, Whirlpool, Kayak etc.) und dann wird abgerechnet. Man zählt also auf die Ehrlichkeit der Gäste. Jedenfalls habe ich dann am Ende für vier Übernachtungen, zwei Pizzen, zwei Desserts, Whirlpool, Mountainbiken, Golfspielen und allem anderen Kram umgerechnet 100€ bezahlt! Unglaublich oder? Ich kann jedem Neuseeland Urlauber nur empfehlen ein paar Tage in Hopewell zu verbringen. Für mich auf jedenfall ein absolutes Highlight auf der Neuseeland Rundreise.

Das war dann also unser Urlaub im Urlaub, und gleichzeitig auch die letzten Tage auf der Südinsel. Im Anschluß sind wir wieder mit der Fähre nach Wellington auf die Nordinsel gefahren. Hier werden wir jetzt auf der Ostseite wieder hoch in Richtung Auckland fahren, wo wir dann unser Auto wieder verkaufen wollen. Bis wir oben sind, werden wir aber sicher noch das ein oder andere sehen und erleben.

Hier in etwa liegt Hopewell, der Pfeil in der Karte zeigt auf Nopera. Hopewell liegt etwa 6km weiter. Hier ist man dann wirklich wie am Ende der Welt. Keine Straßen mehr, keine Häuser, nichts.


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Hier sind die Bilder

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