Neuseeland - Natur pur?
Neuseeland, das Eiland am anderen Ende der Welt, gilt für viele deutsche als das Paradies schlechthin. Eine Ansammlung der grandiosesten Landschaften, die nur dünn besiedelt sind, und dem Besucher Natur in seiner ursprünglichsten Form bieten. So stellt sich das Otto-Normal-Tourist vor. Und in Tat, die Landschaften die Neuseeland zu bieten hat sind grandios und beeindruckend. Nur kann bei einem Großteil davon nicht so richtig von Natur gesprochen werden, denn obwohl Neuseeland als das jüngste Land der Welt gilt, ist kaum etwas von seiner ursprünglichen Natur übrig geblieben, die James Cook und seine Mannen vorfanden, als sie vor gut 200 Jahren hier ankamen.

Vor allem die Nordinsel bestand damals noch zu über 80% aus Regenwäldern. Diese wurden bis heute fast vollständig abgeholzt. Zum einen um Platz für Straßen und Städte zu schaffen, hauptsächlich jedoch um Weideland für Schafe und Rinder zu gewinnen. Schließlich leben in Neuseeland etwa 20 mal soviele Schafe wie Menschen, und die brauchen Platz. Zwar sind durchaus noch einige Waldgebiete erhalten geblieben, so z.B. die Kauriwälder im Northland, die heute auch unter Naturschutz stehen, jedoch sind dies nur Bruchteile des ursprüglichen Waldes.
Auf der Südinsel sieht das Bild ähnlich aus, wobei diese zu einem Großteil aus Alpen- und Gletscherformationen besteht und daher nicht ganz so stark bewaldet war wie die Nordinsel. Einige Teile des Regenwaldes sind hier auch bis heute erhalten geblieben, vor allem entlang der Westküste.
Schön ist es auf Neuseeland ohne jeden Zweifel. Wenn man jedoch bedenkt, welch einzgartige Flora und Fauna hier einst vorhanden gewesen sein muss, bekommt das ganze doch einen leicht bitteren Beigeschmack. Vor allem wenn man stundenlang mit dem Auto über das Land fährt und schier endlose Wiesen und Felder an sich vorbeiziehen sieht und sich vorstellt, dass dort überall einmal riesige Wälder waren, die das zu Hause für etliche Tiere und Pflanzen bedeutet haben, die nun unwiederbringlich verschwunden sind.
Wer einmal in Neuseeland unterwegs ist, sollte daher unbedingt einen Zwischenstopp im TePapa in Wellington machen, dem größten Museeum Neuseelands. Dort bekommt man diese, doch sehr schmerzliche Entwicklung, auch anhand von Bildern und Grafiken, vor Augen geführt.

























Maik B. sagt
am 27. Januar 2009 @ 20:20
das ist wohl war mein freund. noch zu erwähnen die tausende kilomter verlegten abzäunungen. da steckt wohl auch jede menge urwald mit drin…
wäre echt mal interessant wieviel kilometer an zäunen neuseeland hat.
der maik
Neuseeland Dude sagt
am 22. März 2010 @ 23:52
Das Te Papa in Wellington ist wirklich zu empfehlen - ein abgefahrenes Museum! Wellington an sich ist auch eine super entspannte Stadt mit vielen netten Bars und Cafés!